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Die Weltspielwarenstadt
  geschrieben von A. Mettler am 21.07.2010
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Wer sich für Spielzeug interessiert – nicht nur, um damit zu spielen, sondern auch unter einem kulturhistorischen Aspekt – der kommt auf Dauer wohl um einen Besuch in Thüringen nicht herum. Dort liegt nämlich die kleine Stadt Sonneberg. Und die hat es in sich! Nicht nur im Zusammenhang mit Spielzeug, aber das vor allem anderen. Denn man nennt diesen Ort, der wenig mehr als zwanzigtausend Einwohner hat und auch in der Vergangenheit nicht viel mehr Bürger aufweisen konnte, aus gutem Grund auch die „Weltspielwarenstadt“. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen wurde hier seit gut dreihundert Jahren Spielzeug hergestellt, das in alle Welt verkauft wurde. Auf dem Höhepunkt der Spielwarenfabrikation an diesem Ort, das waren die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, kam ungefähr jedes fünfte Spielzeug auf der Welt aus Sonneberg! Zu dieser Zeit entstand auch ein besonderes Schaubild mit dem Namen „Thüringer Kirmes“. Es wurde für die Weltausstellung 1910 in Brüssel angefertigt. Heute steht es im [Deutschen Spielzeugmuseum]. Dieses Museum ist der zweite Grund dafür, dass Sonneberg als Weltspielwarenstadt bezeichnet wird. Es ist nämlich nicht nur das älteste Museum dieser Art in Deutschland, gegründet bereits 1901, sondern es umfasst auch eine gewaltige Sammlung von etwa 60000 Spielzeugen, darunter neben neueren Stücken und der „Thüringer Kirmes“ auch Spielzeuge aus dem Alten Griechenland, dem Alten Rom und sogar dem Alten Ägypten. Man darf wahrscheinlich ernsthaft behaupten, dass niemand ein wirklicher Experte für Spielzeug ist, der nicht diesem Museum einen Besuch abgestattet hat. Und der Weg lohnt sich auch in anderer Hinsicht, denn Sonneberg hat noch soviel mehr zu bieten – nicht zuletzt eine landschaftlich wunderschöne Lage an den Ausläufern des Thüringer Waldes.