Wer das erste Mal den Süden Europas erkunden will und sich mit einem Interrail-Pass auf die Reise begibt, sucht sich am besten eine Richtung aus, in der er herumreisen möchte. Entweder man orientiert sich östlich Richtung Kroatien, Bulgarien und Griechenland oder man schaut sich mal Südfrankreich, Italien, Spanien und Portugal an. Sicherlich kann man in 4 Wochen auch das ganze Programm von Ost nach West absolvieren, aber das hat dann nicht mehr wirklich etwas mit dem Erkunden von Land und Leuten zu tun und mit Urlaub schon gar nicht. Das wäre im Grunde nur Zug-Sport. Sicher lernt man im Zug und an den Bahnhöfen Leute kennen und sieht Gegend, aber das wäre auch alles. Dennoch gibt es sehr viele Interrailer, die den Ehrgeiz haben, so viele europäischen Länder wie möglich anzusteuern. Mit dem „Global Pass“ wären das 30 Länder. Die große Masse der Railer nimmt sich zwar meist mehr vor, als sie wirklich bestreiten kann, aber man sieht schnell ein, dass es in Kroatien oder Griechenland, in Spanien und Portugal so wunderschöne Gegenden gibt, dass man sich hier erst mal ein bisschen umsehen möchte. Nicht selten sind es auch die Mitreisenden aus dem jeweiligen Land, die den einen oder die andere dazu bringen, mal ganz woanders als üblich auszusteigen und sich auf etwas Neues einzulassen, vielleicht auch eine romantische Urlaubs-Affäre. Eine schöne Art, ein fremdes Land kennen zu lernen. Und es hat schon sehr viele Interrailer gegeben, die schon nach drei oder vier Tagen ihren Reisemarathon abgebrochen haben und sich in einfach in Südfrankreich ein Ferienhaus gemietet haben und dort den Rest ihrer Ferien verbracht haben. Im Angesicht der einzigartigen Landschaften in der Provence, der Camargue oder an der Cote d’ Azur war das Bedürfnis, immer weiter zu reisen schlagartig vorbei. Das hätte man sicher auch einfacher und billiger haben können als mit einem Interrail-Ticket, aber ohne diesen Plan wäre man vielleicht gar nicht nach Südfrankreich gekommen. Daher ist es sicher immer noch ein phantastisches Angebot unser Europa kennen zu lernen, egal wohin einen der innere Kompass zieht.